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TCM-Forum » TCM allgemein » Das Wesen vom Ki oder Qi
 
Thema: Das Wesen vom Ki oder Qi 
Richard Friedel02.11.2007 um 16.23 | antworten und zitieren 
Diese Nachricht hat einen Anhang: Tanden.doc (143360 Byte) 
Beitrag #1

an Richard Friedel
Gruß in die Runde!

Im Werk "Das große Buch vom richtigen Atem" von Dr. med. T Nakamura, S.129 wird die Arbeit mit dem Ki und dem Tanden ganz explizit definiert: siehe Anhang.

Nach vielen Überlegungen und Recherchen scheint mir dies der unverzichtbare Grundstein zu sein. Es ist nur mit der daoistischen bzw. "umgekehrten" Atmung, daß ein Qigefühl auftritt.

Im Westen glaubt man außerhalb der Kampfkünste fast immer an die Ausdehnung des Bauches bei der Einatmung.

Kommentare? MfG, Richard Friedel

 
Giorgione02.12.2007 um 23.04 | antworten und zitieren 
Beitrag #2

an Giorgione
Nach meiner Erfahrung geht eine "umgekehrte" Atmung erst, wenn der Bauch und die inneren Organe entspannt sind, also nach zwei, drei Jahren Qi Gong-Training. Und dann wird allerdings nicht der Bauch "eingezogen". Sondern man lässt das dantien enspannt nach unten sinken, dann atmet man ganz natürlich ein, die Luft strömt nach innen, ohne irgendetwas anzuspannen, in Richtung mingmen-Punkt (gegenüber vom dantien am Rücken) und in den Rücken. Der Bauch wird nicht eingezogen. Die Brust bleibt ruhig.

So wie das Buch das erklärt, bekommt der Bauch eine extreme Anspannung und der Atem wird nach oben gepresst, in die Brust. Im Normalfall verkrampfen sich dabei die Schultern und das Qi steigt nach oben.
 
Richard Friedel15.12.2007 um 14.36 | antworten und zitieren 
Beitrag #3

an Richard Friedel
Hi Giorgione,

inzwischen bin ich auf das sehr ausführliche Werk von Dr. S. Otabe (Berlin 1914) gestoßen, das auch chinesische Atemmethoden berücksichtigt und, sehr wichtig denke ich, im Schulmedizinerstil geschrieben ist (http://www.lrz-muenchen.de/~s3e0101/webserver/webdata/OOO.doc). Siehe insbesondere S. 68-9. Es heißt: Drücke zu gleicher Zeit auf das Zwerchfell und verhindere, wenn es mögliche ist, daß es auch während des Tiefatmens bewegt. Dr. Otabe erklärt, wie Druck im Bauchraum die Lungenfunktion verbessert. Man sollte also blutkreislaufbewußt atmen und nicht nur pusten und blasen.
Mit freundlichen Grüßen,
R. Friedel
 
Giorgione16.12.2007 um 12.16 | antworten und zitieren 
Beitrag #4

an Giorgione
1914?! Das ist nun auch schon eine Zeit her. Ich könnte jetzt auch einige Literatur heraussuchen, neuere vor allem, aber ich hatte ja nur von meinen Erfahrungen berichtet, die eher mit Entspannung zu tun haben als mit Druck. Herrn Otabes Buch finde ich etwas skurril, vor allem gefallen mir nicht seine Anweisungen, ins Hohlkreuz zu gehen, wie es sie in den Abbildungen zu seinen Anweisungen auf S. 17 zeigt. 
Richard Friedel16.12.2007 um 16.13 | antworten und zitieren 
Beitrag #5

an Richard Friedel
Hi Giorgione,

das Buch von Dr. Otabe ist trotz seines Alters von fast 100 Jahren einmalig wegen des stringenten physiologischen Denkens. Andere Protagnonisten wie Mantak Chia sprechen von "Leerer Kraft" und Anspannen von Muskeln im Unterleib. Otabe spricht aber wissenschaftlich von der Verbindung zwischen Lungenfunktion und Druck im Bauchraum. Man denke an den Frank-Starling-Effekt und den Bainbridge-Effekt, die die Wirkung von Druck in der Hohlvene auf den Blutausstoß des Herzens zum Gegenstand haben.

Die Anspannung der Bauchwand wird auch im Yoga betont (http://www.lrz-muenchen.de/~s3e0101/webserver/webdata/Lysebeth.doc).
Mit freundlichen Grüßen.

Die ganze Konstellation sehe ich vom Standpunkt eines Hobbysportlers. Gelobt sei, was hart macht – aber mit Köpfchen. Mit dem kontemplativen, meditierenden Zugang nach Dürkheim u. a. habe ich leider Gottes große Probleme.

R. Friedel






 
 
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