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Thema: Asthma 
Richard Friedel22.02.2008 um 10.28 | antworten und zitieren 
Beitrag #1

an Richard Friedel
Hallo,

während mancher Schulmediziner Asthma unbedingt für einen "Hardwarefehler" (also organischer Natur) hält, gibt es gute Argumente für die Vorstellung eines Softwarefehlers (d. h. einer physiologischen Störung). Etwas wie ein Erreger, ein Vitamindefizit oder eine Verletzung wird aber nicht entdeckt, um die erste Vorstellung und mit ihr eine exklusive Rolle der Medikamente zu rechtfertigen. Besonders beachtenswert ist der Befund in der neueren Forschung (Dr. Gwen Skloot u. a.), daß der Gesunde im Provokationstest wie ein Asthmatiker reagiert, falls er am Tiefatmen behindert wird. Man darf also eine wirkungsverminderte Einatmung bei Asthma als wichtige Ursache annehmen, weiß man doch von der von daher als sekundäres Symptom zu bewertenden Schädigung der Bronchien bei falscher Atemtechnik. Obwohl Yoga und Qigong mit vielen Methoden zur Übung der Tiefatmens aufwarten können, ist die Ansicht der Mediziner und vielleicht des Publikums, daß eine so dramatische Erkrankung wie Asthma schwerlich von etwas wie der Atemtechnik bewirkt werden kann, die so selbstverständlich ist und daß bei der Atmung dramatische Zwischenfälle wie Ersticken ganz offensichtlich eine mechanische Ursache haben müssen. Die Reaktion auf die Forschung von Dr. Skloot ist deshalb eine Suche nach einer organischen Schädigung der Atemmuskulatur und nicht nach Lösungen in der TCM.

Durch meine persönlichen Erfahrungen mit Asthma wollte das Schicksal es so haben, daß ich einen starken Glauben an die Theorie eines Softwarefehlers entwickelte, was mich wegen des Leidensdrucks auch zu Experimenten mit falschen Atemlehren verführte.

Dann hatte ich im letzten Frühling den Durchbruch mit der daoistischen (d. h. umgekehrten) Atmung, wobei es auf ein Druckgefühl im Bauch und, evtl. auch auf ein Einziehen des Bauches ankommt, was physiologisch einen Sinn hat, da bei der natürlichen Atmung der Bauchinnendruck bei der Einatmung steigt. Bei defektiver Einatmung wäre es logisch nachzuhelfen. Bei korrekter Ausführung der Methode (siehe Anhang aus „Atem und Meditation – Moderne chinesische Atemtherapie“ von Dr. Stephan Pálos, S. 67) wird die Lungenfunktion bei der Einatmung dramatisch gesteigert. Ich war über die Einfachheit dieser Technik sehr erstaunt, besonders weil die meisten Qigonglehrer mit Atemtechniken nichts zu tun haben wollen und meinen, man brauche für das Erlernen der umgekehrten Atmung mehrere Jahre.

Anscheinend ist diese so wunderbare Atmungsform mit dem Wahrnehmung des Tantien (oder Tanden) etwa mit der so nützlichen Beckenbodengymnastik vergleichbar: in beiden Fällen kommt es auf ein Feingefühl im Bauch an und es gibt auch Gefahren. Zum Glück ist aber bei der Behandlung der Inkontinenz keine Konkurrenz von der Pharma zu verzeichnen, die nach meiner Überzeugung eine Asthmaepidemie ausgelöst hat. Mit freundlichen Grüßen, Richard Friedel


Anhang:
Auszug aus „“Atem und Meditation“
"3. Die »Methode der gegensätzlichen Atmung« (Ni-hu-hsi-fa). »Bei der Einatmung muß man den Brustkorb sich gut ausdehnen lassen und den Bauch leicht einziehen. Bei der Ausatmung muß der Bauch gut ausgedehnt bleiben und den Brustkorb muß man völlig ent spannt gehen lassen« so steht in einem Zitat geschrieben. Fünf Bedingungen sollen hierzu besonders beachtet werden: die Ein- und Ausatmung muß (1) entschieden, (2) fein, (3) tief, (4) lang und (5) still sein, also natürlich und ohne größere Kraftanwendung und nicht hastig. Hier darf man niemals eine Atempause einlegen. Die ganze Übung wird durch die Nase ausgeführt. Diese Übungen wer den besonders den Patienten mit Verdauungsstörungen oder hohem Blutdruck vorgeschrieben.

Die atemtherapeutischen Werke erwähnen, daß die Methoden der »tiefen« und der »gegensätzlichen Atmung« niemals nach dem Essen geübt werden dürfen, während die »stille Atmung« vor oder nach dem Essen ausgeführt werden kann. Den während der Übungen angesammelten Speichel muß der Patient in kleinen Mengen schlucken; dies dient zu einer besseren Förderung der Verdauung. Die Aufmerksamkeit ist gleichfalls - wie bei den »inneren erhaltenden Übungen« - auf den »Tan-t'ien«-Punkt oder auf die Zehenspitzen zu richten. Die Auswirkungen aber sind nach den Berichten der Patienten andere, als bei den »inneren erhaltenden Übungen«. Hier wird nämlich die Begleiterscheinung erwähnt, daß der Patient nach einer gewissen Zeit der »Sammlung« entlang der Wirbelsäule oder in der Linie von Sternum-Nabel-Harnblase eine angenehme Wärme empfindet. Diese Wärme entsteht zuerst entlang der Wirbelsäule und ist mit einer solchen Empfindung verbunden, als wenn jemand Stuhldrang empfindet. Wird diese Drangempfindung zurückgehalten, dann irradiiert (strahlt aus) die Wärmeempfindung in die Linie der vorderen Körpermitte oder sie erscheint in er Vorstellung in einer imaginären Ebene in der Gürtellinie rings um die Hüftgegend.“





Aus klinischer Erfahrung beschreibt Dr. C. Schmincke, Chefarzt der Klinik am Steigerwald, die "atopischen" Erkrankungen - Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis - in dem Aufsatz Chinesische Medizin gegen die Atopie (PDF-Datei).

Speziell zur Neurodermitis: Neurodermitis und TCM.
 
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